Doping-Skandal: Russlands stellvertretender Sportminister Yuri Nagorny offenbar endgültig entlassen

Tatsächliches Reinemachen im russischen Dopingsumpf oder Bauernopfer? Wie auch immer, Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew hat aktuellen russischen Medienberichten zufolge den stellvertretenden Sportminister endgültig entlassen. Zuvor schon war Yuri Nagorny suspendiert worden, nun muss er sein Amt endgültig aufgeben.

Yuri Nagorny muss nach WADA-Bericht von Richard McLaren gehen

Natürlich wird der russische Staat die endgültige Entlassung vom stellvertretenden Ministerpräsidenten Yuri Nagorny als großes Reinemachen in Sachen Doping verkaufen. Denn im russischen Doping-Skandal galt Nagorny als großer Drahtzieher. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest der Bericht der internationalen Anti-Doping-Agentur WADA unter Leitung von Richard McLaren. Demnach galt der bisherige stellvertretende russische Sportminister als einer der wichtigsten Personen im Verschleiern des Dopings während der Olympischen Winterspiele 2014 im russischen Sotschi. Laut dem am 18. Juli vorgelegten Bericht der Welt-Anti-Doping-Agentur existierte in Russland ein breitgefächertes Doping-System.

Yuri Nagorny offenbar federführend im Austauschen von Dopingproben

So sollen beispielsweise bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi massenweise Dopingproben russischer Sportler ausgetauscht worden sein, um positive Proben zu verschleiern. Dabei soll nach Ansicht der WADA-Kommission, die die Vorgänge untersucht hat, Yuri Nagorny federführend gewesen sein, unterstanden diese Vorgänge offenbar seiner Leitung. Nachdem die WADA den Bericht im Juli veröffentlicht hatte, wurde Yuri Nagorny von seinen Aufgaben vorerst entbunden, sowie einige weitere Verantwortliche. Nun berichten russische Medien, dass Nagorny endgültig seinen Hut nehmen musste.

Witali Mutko: Vom Sportminister zum stellvertretenden Ministerpräsidenten

Unklar ist nach wie vor, welche Rolle Witali Mutko im Doping-System der Russen einnahm oder einnimmt. Mutko war bis vor wenigen Tagen Sportminister und ist zudem der Chef des Organisationskomitees der Fußball Weltmeisterschaft 2018. Dass sein Stellvertreter Nagorny das Dopingsystem fest in der Hand hatte und Mutko selbst nichts wusste, scheint objektiv gesehen doch sehr fraglich zu sein. Seit vergangener Woche ist Mutko nicht mehr Sportminister, sondern sogar stellvertretender Ministerpräsident Russlands. Sein Nachfolger als Sportminister wird aller Voraussicht nach Pavel Kolobkov, einst rechte Hand von Mutko.
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