Israelischer Tennisprofi Amir Weintraub: Jeder Tennisprofi wird für Wettbetrug angesprochen

Bestechungsversuche sind im internationalen Tennis offenbar Gang und Gäbe. Dies behauptet nun zumindest der israelische Tennisprofi Amir Weintraub. Demnach sind Versuche, Tennisprofis zu bestechen, bestimmte Spiele zu verlieren, ständig an der Tagesordnung. Dies betrifft den Aussagen Weintraubs zufolge sämtliche Spieler der Weltrangliste.

Amir Weintraub: Jedem Tennisprofi wird Betrug angeboten

Vor dem Davis Cup Match zwischen Israel und Schweden an diesem Wochenende erklärte Amir Weintraub dabei, dass die Angebote an Tennisspieler, ein Match wissentlich zu verlieren, zum Tennissport dazu gehören. Dem israelischen TV-Sender Channel 2 sagte Weintraub:

“Am Anfang kommen diese Menschen jede Woche auf dich zu, vor allem in Ländern wie Russland. Wenn Du aber ein, zwei, drei Wochen lang ‘nein, nein, nein’ sagst, hören sie damit auf.”

Amir Weintraub betonte dabei, dass die Weltranglistenposition dabei keine Rolle spielen würde. Denn vom untersten Weltranglistenplatz bis hin zur Nummer 1 des Rankings, Novak Djokovic, seien solche Angebote, ein Spiel herzuschenken, vorhanden.

Problematik: Offerten für Betrug höher als Einnahmen

In dem Interview ließ Weintraub auch eine interessante Problematik deutlich erkennen. Die derzeitige Nummer 2 Israels sagte:

“Der Kontrast dabei: was ein Spieler für diesen Betrug an Geld erhält, ein einzelnes Match freiwillig zu verlieren, kann ein Spieler meines Levels in einem Jahr nicht verdienen”

Der 30-jährige Amir Weintraub hat in seiner Karriere bislang $440.000 verdient, wobei seine höchste Platzierung in der Weltrangliste aus dem Jahr 2012 stammt, als er an Position 161 geführt wurde. Zugleich machte der Tennisprofi deutlich, dass er einige Male bezüglich solcher Betrügereien angesprochen wurde, aber dabei stets klar machte, dass diese Versuche vergeblich sind.

Weintraub: Tennisprofis außerhalb der Top 100 haben schweren Stand

In dem Interview mit dem israelischen TV-Sender machte Weintraub auch deutlich, dass Spieler außerhalb der Top 100 der Weltrangliste mit großen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hätten. So beispielsweise führte er an, dass er pro Jahr für Flüge rund $40.000 ausgibt, für Hotels noch mehr. Auf der anderen Seite müsse er von seinen rund $500 bis $700 Einnahmen pro Match rund 30% Steuern bezahlen. Dazu sagte Amir Weintraub:

“Ein Spieler mit meinem Weltranglistenranking verliert Geld – da gibt es keine zwei Meinungen.”

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