Livestream der Handball-WM darf gezeigt werden

Schon seit mehreren Wochen tobt der Konflikt um die Rechte an der Live-Übertragung der Handball-WM für den deutschen Raum. Die letzte Lösung ist nun das Angebot eines Livestreams auf einem Portal des Hauptsponsors des DHB, der Deutschen Kreditbank (DKB). Ein solcher Livestream ist allerdings genehmigungspflichtig, wenn er eine gewisse Reichweite haben wird, wovon im Falle der Handball-WM auszugehen ist. Man spricht von einem zulassungspflichtigen Rundfunk. Eine solche Zulassung besitzt die DKB aber nicht. Dennoch wird der Livestream wie geplant stattfinden. Möglich macht das die Einschätzung der zuständigen Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK), die mitteilte, diesen außergewöhnlichen Einzelfall zu dulden.

Handball-WM: Keine Übertragung bei ARD oder ZDF

Man wolle beim ZAK diesen Vorgang demnächst noch einmal diskutieren. Da sich das ZAK aber erst am 31. Januar 2017 wieder versammelt und die WM am 29. Januar 2017 ihr Finale erleben wird, ist keine Änderung der oben genannten Einschätzung zu erwarten.

Eine nachträgliche Beanstandung dieses so durchgeführten Livestreams ist zwar möglich, würde aber nicht mehr verhindern, dass zahllose Fans in Deutschland die Spiele der „Bad Boys“, also der deutschen Handballnationalmannschaft bei der WM in Frankreich verfolgt haben werden.

Livestream ohne WM-Studio oder Expertenmeinungen

Im normalen Free-TV werden diese Partien jedenfalls definitiv nicht zu sehen sein. Die Rechte für die Übertragung liegen nur bei der DKB, die bei ihrer Präsentation der Spiele auf das „übliche Rahmenprogramm verzichten“ will. Heißt im Klartext: Es wird keine Moderation, kein Studio, keine Einordnung und wohl auch keine Interviews mit Spielern geben. Es handelt sich also nur um einen klassischen Livestream der reinen Spiele. Neben den Partien mit deutscher Beteiligung werden maximal vier weitere Spiele mit einem Livekommentar gezeigt werden, die übrigen dann sogar völlig ohne Kommentar.
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