McLaren-Report: Sebastian Coe wütend über Ausmaß des russischen Dopings

Die Olympischen Sommerspiele von London 2012 hatten nach ihrem Ende allgemein als außerordentlicher Erfolg gegolten. Doch nun wurde der zweite Bericht des kanadischen Dopingjägers Richard McLaren vorgestellt. Er enthüllt: über 1.000 russische Athleten wurden systematisch gedopt. Darunter auch etliche, die an den Spielen in Englands Hauptstadt teilgenommen hatten, wenig überraschend darunter natürlich auch Medaillengewinner. Mit Doping hat der Sport wohl schon immer zu kämpfen, doch dieses Ausmaß und nicht zuletzt die enorme kriminelle Energie bei diesem Treiben sorgt allgemein für Bitterkeit und Wut.

Große Wut beim obersten Chef der Leichtathleten

Lord Sebastian Coe, der in seiner Eigenschaft als zweifacher, berühmte Goldmedaillengewinner über 1.500 Meter mitgeholfen hatte, die Spiele nach London zu holen, zeigte sich in einem Interview mit ITV absolut entsetzt und wütend. Inzwischen ist Coe Präsident deS IAAF, also des weltweiten Leichtathletikverbandes, sagte dem englischen Sender:

„Die Dimension dieser Manipulationen und deren Umfang sind genauso schockierend, wie die Tatsache, dass der Traum und Ambitionen der sauberen Athleten untergraben wurden.“

Als ehemaliger Spitzenathlet könne er die Wut all jener mehr als verstehen, die ein ganzes Leben dem Erfolg in ihrem Sport gewidmet haben, die jetzt erfahren müssen, dass sie mit unlauteren Mitteln um ihre Chance auf größere Erfolge gebracht wurden.

Andere Sportarten könnten jetzt mit einem Bann Russlands nachziehen

Bei den Olympischen Spiele in Rio de Janeiro waren einzig die Leichtathleten aus Russland komplett gesperrt worden. Schon damals war das systematische Staatsdoping bekannt. Verbände anderer Sportarten zogen aber nicht nach, das IOC selbst hatte vor dem kompletten Bann der Russen gekniffen. Mit den neuen Enthüllungen dürfte sich auch das ändern. Eine Rückkehr in die internationalen Wettbewerbe in der Leichtathletik sei nur möglich, so Sebastian Coe, wenn überzeugend nachgewiesen werden könne, dass sich fundamentales in Bezug auf Doping und dessen Kontrollen in Russland geändert habe.