Wird Russland der Biathlon Weltcup in Tjumen entzogen?

Mit Spannung blick die Biathlon-Welt auf den morgigen Donnerstag, den 22.12.2016. Dann nämlich wird vom Welt Biathlonverband IBU ein Urteil in Sachen Dopingvorwürfe erwartet. Bekanntlich sollen insgesamt 31 russische Biathleten unter Verdacht stehen, darunter ehemalige und auch aktuelle Weltcupstarter. Eine spannende Nebenfrage ist dabei, ob Russland auch den Verlust von Biathlon-Rennen befürchten muss.

Donnerstag wird die IBU wohl russische Biathleten sperren

Für Donnerstag, den 22.12.2016 erwartet die Biathlon-Fachwelt Enthüllungen in Sachen der Dopingvorwürfe gegen russische Biathleten. Laut dem McLaren-Report sollen 31 Sportler aus Russland unter Verdacht stehen. Der tschechische Biathlon Verbandschef Jiri Hamza hat eine klare Anforderung an die Beteiligten:

„Es ist an der Zeit, dass Verbände laut aussprechen, über was hinter verschlossenen Türen gesprochen wird“

Dass diese Aufklärung von Seiten der Russen kommen wird, darf aber nicht angenommen werden. Denn in einer offiziellen Mitteilung des russischen Verbandes hieß es:

„Wir kennen die Namen der Sportler nicht, die von unseren Kollegen von der IBU diskutiert werden. Wir sind aber bereit, sie mit umfassenden Informationen über jeden RBU-Athleten zu versorgen, der je an einer Biathlon-Veranstaltung teilgenommen hat“

Die WADA hatte die Liste mit den 31 Verdächtigen an den Welt-Biathlonverband übergeben. Dass dieser den russischen Verband nicht im Detail informiert hat, scheint nicht nachvollziehbar zu sein.

Entzug des Weltcup oder gar der WM in Tjumen scheinen möglich

Während die Biathlonwelt also gespannt auf die IBU-Sitzung am Donnerstag blickt, stellt sich dabei auch eine Frage nebenbei. Sollten sich die Verdachtsmomente nämlich erhärten, dann scheint Ähnliches wie bei den Bob und Skeletonfahrern möglich zu sein: Der Entzug von Veranstaltungen in Russland. Bekanntlich wird die Bob und Skeleton WM im kommenden Monat am Königsee und nicht in Sotschi ausgetragen. Dieses Szenario droht auch beispielsweise dem Biathlon Weltcup im Frühjahr. Auch die Junioren-WM in Ostrow im Februar könnte davon betroffen sein. Im schlimmsten Falle droht den Russen sogar der Verlust der Biathlon WM 2021 im westsibirischen Erdölzentrum Tjumen. Falls nicht, werden übrigens zumindest Großbritannien und Tschechien beim Weltcup in Tjumen aus Protest nicht an den Start gehen. Auch der überragende Mann im Weltcup der Männer, Martin Fourcade, richtete eine klare Ansage an die IBU. Der Franzose sagte:

„Wenn der Verband nicht genügend Mut zur Bewältigung des Problems hat, müssen die Athleten selbst aktiv werden“

Foto: Valeri Potapova / Shutterstock.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.